Schlaf mal drüber…

Ein guter Rat, wenn man gestresst ist und eine emotionale Belastung uns aus dem Gleichgewicht gebracht hat. „Morgen sieht die Welt schon ganz anders aus“. Meistens funktioniert das: In der REM-Phase des Schlafes, die durch schnelle Augenbewegungen gekennzeichnet ist, wird das emotionale Zentrum im Gehirn angeregt, Sorgen und Ängste werden verarbeitet. Am nächsten Morgen wirkt das belastende Ereignis nicht mehr so bedrohlich, die Situation wird neu bewertet, mit der Herausforderung kann kreativ umgegangen werden.

Wenn der seelische Schmerz tiefer sitzt

Doch es gibt Erlebnisse, die unsere Seele stärker verletzen und sich nicht so leicht verarbeiten lassen. Das kann ein Ereignis sein, dass eine starke Emotion hervorruft und sich das Leben in einem Wimpernschlag verändert, wie bei einer Gewalterfahrung, Unfall und Tod eines nahestehenden Menschen. Es kann auch eine länger anhaltende und immer stärker werdende Belastung sein, die sich über einen längeren Zeitraum hinweg aufbaut.  Wie ein Konflikt und anhaltendem Stress oder Mobbing.

Wann ein Erlebnis traumatisierend wirkt oder nicht, hängt von der subjektiven Empfindung ab. Sensible Menschen sind sicherlich verletzlicher als Kopfmenschen. Denn es muss nicht immer die große Gewalterfahrung sein, die Menschen traumatisiert. Es kann der Zahnarztbesuch sein, dass der Chef rumbrüllt, die Prüfung nicht bestanden zu haben oder ein Autounfall, wo weiter nichts passiert ist. Es gibt seelische Verletzungen, die als Trauma nicht wahrgenommen werden, die man vermeintlich einfach so wegsteckt. Gerne von Menschen mit dem inneren Antreiber „ich muss stark sein“. Die jedoch in ähnlichen Situation diese Menschen im Verhältnis zu dem Ereignis viel zu stark und empfindlicher  reagieren lässt.

Trauma hat viele Gesichter

Ist der seelische Schmerz nicht verarbeitet, sprechen wir von Trauma. Denn werden große wie kleine Verletzungen der Seele nicht aufgelöst und geheilt, führen sie früher oder später zu emotionalen Stress-Reaktionen, können psychische Störungen wie Depressionen verursachen, unkontrollierbare Ängste hervorrufen oder sich durch körperliche Symptome ausdrücken und möglicherweise zu ernsthaften Erkrankungen wie Krebs führen. Das Irritierende daran ist, dass der Zusammenhang zwischen traumatisierendem Erlebnis und der aktuellen Störung erstmal nicht zu erkennen ist. Körperliche Symptome oder psychische Krankheiten können sich erst Jahre später manifestieren. Traumatische Gewalt-Erfahrungen können später bei den Betroffenen zu unkontrollierten Gewaltausbrüchen führen, möglicherweise das Opfer irgendwann mal zum Täter werden. Es gibt sogar die Theorie, dass sich starke Traumata vererben. Es gibt Fälle, in denen Enkel von schrecklichen Kriegserlebnissen träumen, die ihre Großeltern tatsächlich erlebt haben (siehe Film unten). Wird durch Krieg, einem Terrorakt oder einer Naturkatastrophale eine ganze Gesellschaft traumatisiert, spricht man vom kollektiven Trauma. Vor 2 Jahren einem kleinen französischen Dorf in der Nähe von Nizza waren die Menschen noch so von den Anschlägen belastet, dass, als ein Auto eine Fehlzündung hatte, die Menschen in einem Café in Panik gerieten, weil sie dachten, es seien Schüsse gefallen. Es gab Verletze und das Café wurde verwüstet. Als Reinkarnationsherapeutin habe ich schon mit Klienten traumatisierende Erlebnisse anderer Leben aufgelöst, die für gegenwärtige Symptome und Probleme verantwortlich waren.

Das alles macht das Thema Trauma auch irgendwie unfassbar und unmöglich, Aussagen zu treffen, die für jeden Menschen gelten. Es gibt kein einheitliche Entstehung und kein einheitliches Krankheitsbild. Doch es lässt auch viel Spielraum für Lösungsansätze im therapeutischen und auch im nicht-therapeutischen Rahmen.

Der Weg aus dem Trauma

Eine Traumatisierung hat eine massive Stressreaktion zur Folge, die mit einer tiefen psychischen, körperlichen und sozialen Verunsicherung einhergeht. Auch wenn das Erlebte nicht mehr rückgängig zu machen ist es Ziel jeder Intervention, den Betroffenen zu stabilisieren, damit er den Alltag bewältigen kann. Psychotherapeutische Methoden wie EMDR und Hypnose wirken auf der emotionalen Ebene, damit das Ereignis verarbeitet und in das eigene Leben integriert werden kann, die Lebensqualität nicht mehr beeinträchtigt und wieder befriedigende Zukunftsperspektiven entwickelt werden. Der Idealfall wäre, dass sich alle Betroffene in psychotherapeutische Hände begeben und ihre Verletzungen aufarbeiten. Doch leider ist das nicht immer der Fall. In Coachingpraxen ist es Alltag, dass Menschen durch die Beschäftigung mit sich selber und bestimmte Interventionen retraumatisiert werden, das heißt, an verdeckte Erlebnisse herankommen, seelische Verletzungen nochmal durchleben und in einen emotional schlechten Zustand kommen. Oder andere Berufsgruppen wie Sozialarbeiter*innen, Lehrer*innen und Seelsorger*innen, die zum Beispiel mit traumatisierten Flüchtlingen arbeiten. Die Realität ist, dass nicht ausgebildete Trauma-Therapeuten mit traumatisierten Menschen arbeiten und an ihre Grenzen kommen. Doch auch hier gibt es mittlerweile gute Ansätze, um angemessen als Nicht-Therapeut*in zu reagieren: Übungen aus dem Achtsamkeitstraining, der Hirnforschung von Daniel Siegel und vor allen Dingen die Körper- und Schüttelübungen von Peter Levine. Meine Kollegin Angelika Fuchs als begeisterter Wingwave®-Coach und ich als begeisterte EMDR-Therapeutin haben eine eigene Methode entwickelt, die auch von Menschen ohne Vorkenntnisse in kurzer Zeit erlernt werden kann: das BiLa®-Coaching.

Bewährte Coaching-Methode

Das Motto hierbei ist „es muss nicht immer Therapie sein!“ BiLa®-Coaching nutzt das zentrale Element der bilateralen Hemisphären-Stimulierung vom klassischen EMDR, jedoch stärker lösungs- und ressourcenorientiert arbeitet. Im Coaching-Prozess wird auf der Wahrnehmungsebene das BiLa®-Coaching mit Elementen aus der Kinesiologie, dem NLP und dem Embodiment kombiniert und somit traumatisierenden Situationen aus der Vergangenheit oder mit Zukunftsängsten gearbeitet. BiLa®-Coaching kommt sowohl bei der Arbeit mit Kindern als auch bei Erwachsenen zum Einsatz, wird im Lebens-Coaching genauso eingesetzt wie im Business-Bereich und beim Sport.

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Bewährte Therapien

In der Trauma-Therapie hat sich EMDR als effektive Technik etabliert, die mittlerweile weltweit am meisten eingesetzt wird. Bei der von Francine Shapiro entwickelte Methode wird eine innere Reorganisation der dysfunktional wirkenden Trauma-Erfahrung durch schnelle Augenbewegung und die damit bilaterale Aktivierung des Gehirns, ermöglicht. Im Therapieprozess werden emotionale Belastungen transformiert, die damit verbundenen blockierenden Glaubenssätze verändert und Ressourcen verankert.

Die Auflösung von starken Emotionen, das Aufdecken verschütteter Seeleninhalte  und die Bearbeitung von psychosomatischen Störungen stehen bei der Hypnosetherapie im Mittelpunkt. Weiterhin können leicht Ressourcen aktiviert und neue Denk- und Verhaltensweisen durch Suggestionen verankert werden.

Eine körperorientierte Form der Trauma-Therapie finden wir bei Somatic Expierencing, die von Peter Levine entwickelt wurde. Er verlässt damit auch den kognitiven Ansatz der herkömmlichen Therapien, auch wenn das Vorgehen meist über das Gespräch abläuft, geht es hier auch um die Auflösung der belastenden Emotionen und an die Aktivierung von Ressourcen.

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Blogartikel: EMDR bei emotionalem Stress

Literatur:
Peter Levine: Vom Trauma befreien
Daniel Siegel: Achtsame Kommunikation mit Kindern

Empfehlenswerter Film: Vererbte Narben

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